Green Finance in Österreich

Ausgewählte Green Finance Initiativen in Österreich

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) setzt eine Reihe von Aktivitäten im Bereich Green Finance um. Neben den Arbeiten im regulatorischen Bereich, wie der EU Taxonomie VO, gehören unter anderem auch folgende nationale Initiativen dazu:

1. Green Finance Agenda

Im Rahmen der Green Finance Agenda werden viele unterschiedliche Maßnahmen im Bereich nachhaltiger Finanzen umgesetzt. Sie ist das Strategiepapier, in dem Maßnahmen zu den Themen Kapital mobilisieren, Risiken managen, Transparenz, Langfristigkeit und Wirkung fördern sowie Wirkung und Kosteneffektivität stärken, festgehalten sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Österreichischer Green Bond: Grüne Bundeswertpapiere der Republik Österreich sind Wertpapiere, deren Emissionserlöse ausschließlich zur (Re-)Finanzierung geeigneter grüner Projekte verwendet werden, die ökologische und/oder klimarelevante Vorteile aufweisen. Der größte Unterschied zu herkömmlichen Bundeswertpapieren liegt also in der Mittelverwendung („Use of Proceeds“) und den Transparenzanforderungen, welche im „Rahmenwerk für die Begebung von Grünen Bundeswertpapieren der Republik Österreich“ (April 2022) beschrieben sind. Die erste Grüne Bundesanleihe („Green Bond“) der Republik Österreich wurde 2022 von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) mit einem Emissionsvolumen von 4,0 Mrd. EUR (Laufzeit: 23. Mai 2049; Kupon: 1,85 %) erfolgreich begeben. Seitdem werden kontinuierlich weitere grüne Bundeswertpapiere begeben und seit 2022 jährlich im Green Investor Report darüber berichtet.
    Mehr Infos finden Sie hier: Green Bond: Österreichs grüne Staatsanleihe
  • Klimabezogene Analyse des österreichischen Finanzmarkts: Die Analyse aus dem Jahr 2025 beleuchtet, wie weit der österreichische Finanzmarkt bereits zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaziele beiträgt – und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse machen deutlich: Es gibt Fortschritte, etwa bei der Reduktion der CO2e-Exposition von Fonds. Gleichzeitig zeigen sich Herausforderungen, insbesondere im internationalen Vergleich und bei der Umsetzung konkreter Dekarbonisierungsstrategien durch große Kreditinstitute. Die Analyse soll in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um die Fortschritte des österreichischen Finanzmarkts auf dem Weg zur Klimaneutralität abbilden zu können. Weitere Infos finden Sie hier: Klimabezogene Analyse des österreichischen Finanzmarkts

Weitere Informationen zu Green Finance in Österreich finden Sie auf der Website des BMLUK.

2. Grüne Finanzbildung

Häufig fehlt das Bewusstsein, dass der Finanzsektor ein wichtiger Hebel für einen nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Im Bereich der Grünen Finanzbildung setzt das BMLUK daher auf Aktivitäten, die bestehende Aus- und Weiterbildungsprogramme im Finanzbereich um klimarelevante Themen erweitern. Dabei werden in enger Kooperation mit den jeweiligen Stakeholder:innen Schulungsinhalte zu umwelt- und klimarelevanten Themen für eine zukunftsfähige Finanzwirtschaft entwickelt und in bestehende Aus- und Weiterbildungsprogramme integriert. Im Bereich Grüne Finanzbildung steht das BMLUK zudem in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) im Rahmen der Nationalen Finanzbildungsstrategie. Im Leitfaden „Finanzbildung trifft Klima und Umwelt“ des BMF und BMLUK erfahren Anbieter:innen von Finanzbildungsmaßnahmen, wie sie Klima und Umwelt in ihre Programme einbinden können. Und auch auf Social Media wird in der Instagram-Reels-Serie über Green Finance gesprochen.

Mehr Infos dazu finden Sie hier: Grüne Finanzbildung

3. Österreichische Vorreiter-Initiative: Green Finance Alliance

Die Green Finance Alliance (GFA) unterstützt österreichische Finanzunternehmen auf ihrem Weg in Richtung Klimaneutralität bis 2050. Sie ist die weltweit erste staatliche Initiative, die eine freiwillige Selbstverpflichtung von Finanzunternehmen zu den Pariser Klimazielen mit der verpflichtenden Erfüllung konkreter Kriterien für deren Kerngeschäft vorsieht. Das bedeutet, dass Mitglieder ihre Investment- und Kreditportfolios sowie Underwriting-Aktivitäten klimaneutral ausrichten. So können Finanzunternehmen Klimarisiken aktiv steuern und neue grüne Wachstumsmärkte erschließen. Die Basis bildet ein wissenschaftsbasierter, unabhängiger Kriterienkatalog. Im regelmäßigen Monitoring wird die Klimaperformance aller Mitglieder überprüft. Aktuell sind zehn Finanzunternehmen (Banken, Versicherungen, Pensions- und Vorsorgekassen) offiziell Mitglieder der GFA.

Mehr Infos finden Sie hier: Green Finance Alliance

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