Aktien

Unternehmen besitzen eine Reihe von Möglichkeiten, sich Kapital zu beschaffen. Dabei wird unterschieden zwischen der Beschaffung von Eigenkapital und Fremdkapital. Besonders Unternehmen, die schnell wachsen, sind meist nicht in der Lage, große Geldmengen durch Innenfinanzierung zu erzeugen. Deswegen setzten sie häufig auf die Außenfinanzierung durch externe Kapitalgeber:innen, beispielsweise durch Kredite von Banken, die Ausgabe von Anleihen oder der Ausschüttung von Aktien.

Bei einer Erstausschüttung von Aktien wird der Wert einer Aktie anhand der Höhe des Eigen- bzw. Grundkapitals einer Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien und der Anzahl an auszuschüttenden Aktien bestimmt. Werden die Aktien nun an der Börse erstmalig verkauft, so erhält das Unternehmen Kapital in Form von liquiden Mitteln. Aktionär:innen, also natürliche oder juristische Personen, die einen in einer Aktie verbrieften Unternehmensanteil besitzen, sind demnach direkt am Unternehmen beteiligt. Bereits ausgeschüttete Aktien können in einem zweiten Schritt am Sekundärmarkt, den Börsen, gehandelt werden. Ihr Wert wird dabei durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt. Steigt demnach die Nachfrage nach einer Aktie, so steigt auch ihr Wert am Markt. Dadurch können Aktionär:innen Renditen erwirtschaften.

Für den Kauf von Aktien spricht ihre zumeist recht hohe Rentabilität. Allerdings muss man in Bezug auf Sicherheit und Liquidität Einschränkungen in Kauf nehmen. Aktien können zwar prinzipiell fast jederzeit verkauft werden, aber in Phasen niedriger Kurse bedingt durch eine geringe Nachfrage am Markt empfiehlt sich dies nicht. Bis zu einem deutlichen Anstieg der Aktienkurse können bisweilen aber Jahre vergehen. Daher sind Aktieninvestments nur als langfristige Anlageform sinnvoll. Die Möglichkeit, mit grünen Aktien hohe Renditen zu lukrieren, damit gleichzeitig aber auch ein höheres Risiko einzugehen, besteht gleichermaßen wie bei ihren konventionellen Pendants.

Grüne Aktien keine spezielle Anlagegruppe, die an der Börse separat gehandelt wird. Sie werden in der Regel auch nicht unter dem Namen „grüne Aktien“ oder „Öko-Aktien“ angeboten. Der Sammelbegriff „grüne Aktien“ bezieht sich vielmehr auf Aktien verschiedener Kategorien von Unternehmen, die hier beispielhaft angeführt sind:

Umwelttechnik-Unternehmen
Hier handelt es sich insbesondere um Umwelttechnologieproduzent:innen oder um Unternehmen aus dem Entsorgungsbereich.

Grüne Pionier:innen
Zu grünen Pionier:innen zählen junge Unternehmen, die für existierende Produktionsverfahren oder Produkte umweltfreundlichere Alternativen entwickeln. Ebenfalls zählen Unternehmen, deren Produktionsabläufe und Produkte sehr niedrige oder gar keine Umweltbelastungen verursachen zu den grünen Pionier:innen.

Öko-Leader
„Öko-Leader“ sind Unternehmen, die im Vergleich zu anderen ihrer Branche geringere Umweltbelastungen verursachen.

Erneuerbare Energietechnologie-Unternehmen
Hierbei handelt es sich um Unternehmen aus dem Bereich der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern.

Soziale Vorreiter:innen
Das „soziale Pendant“. Es handelt sich dabei um Unternehmen, die sich besonders im Bereich der sozialen Standards engagieren.

Die „Nachhaltigkeit“ grüner Aktien bezieht sich auf das Unternehmen, von dem die Aktie erworben wird. Es gibt eine Reihe von Ansätzen, Aktien bzw. Unternehmen nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien zu bewerten. So genannte Nachhaltigkeit-Ratingagenturen führen diese Bewertung durch, wenden allerdings meist unterschiedliche Kriterien an. Auf Grundlage der Bewertung dieser Ratingagenturen können Aktien als „grün“ und/oder „nachhaltig“ eingestuft bzw. veräußert werden. Die „Nachhaltigkeit“ der Aktien ist somit für Anleger:innen gut nachvollziehbar.

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