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gruenesgeld.at - Die unabhängige Informationsplattform für ethisch-ökologische Veranlagung

Mitarbeitervorsorge- und Pensionskassen

Seit 1. Juli 2002 ist das "Betriebliche Mitarbeitervorsorgegesetz" (BMVG), besser bekannt unter dem Schlagwort „Abfertigung neu", in Kraft. Demnach muss jeder Arbeitgeber/jede Arbeitgeberin 1,53% des monatlichen Entgeltes eines Arbeitnehmers/einer Arbeitnehmerin in eine eigens dafür gegründete Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) zahlen. Seit November 2002 gibt es insgesamt neun konzessionierte MVKs, welche die Arbeitnehmergelder veranlagen. Erfreulicherweise bekennen sich die meisten MVKs dazu, die Gelder nach ethischen, ökologischen und/oder sozialen Kriterien zu veranlagen. Um die Veranlagungspolitik im Detail zu untersuchen, wurde von der ÖGUT-Plattform "Ethisch-ökologische Veranlagung" eine Prüfung zur „Zertifizierung der Mitarbeitervorsorgekassen hinsichtlich Nachhaltigkeit“ initiiert.

Seit 1.1.2008 gibt es auch für Selbständige eine „Abfertigung neu“, die neue Selbständigenvorsorge. Diese gilt für Personen, die der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung nach dem GSVG (Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz) unterliegen, also Gewerbetreibende und „Neue Selbständige“. Die Mitarbeitervorsorgekassen wurden mit Jänner 2008 in Betriebliche Vorsorgekassen (BVK) umbenannt.

Nachhaltigkeitszertifizierung der betrieblichen Vorsorgekassen und Pensionskassen

Einige Vorsorgekassen zeigen sich als Vorreiter hinsichtlich der Berücksichtigung von ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien in der Veranlagung gegenüber anderen institutionellen Investoren. Mit der unabhängigen Prüfung der Veranlagungspolitik der betrieblichen Vorsorge- und Pensionskassen hinsichtlich Nachhaltigkeit durch die ÖGUT wird das Engagement der Kassen in diese Richtung unterstützt, um die Entwicklung eines nachhaltigen Finanzmarktes weiter voranzutreiben.

Geprüft werden drei Bereiche: die „Grundsätze & Methodik“, das „Portfolio“ und das „Umfeld“ der Kassen. Im Teil „Grundsätze & Methodik“ werden die Veranlagungsgrundsätze und die Veranlagungskriterien (Positiv- und Negativkriterien sowie Ausschlusskriterien) aber auch das Research und die Kontrolle bezüglich der Einhaltung der Kriterien in der Vorsorgekasse geprüft. Die Prüfung des Portfolios hat das Ziel, die tatsächliche Veranlagung im Berichtszeitraum zu untersuchen. Im Sinne des Konzepts der Nachhaltigkeit versucht die gegenständliche Prüfung neben der Veranlagung auch das „Umfeld“ der Vorsorgekasse einzubeziehen. Dies umfasst die Analyse der Kommunikation und Transparenz bezüglich Nachhaltigkeit, des Engagement-Ansatzes und des Themas Nachhaltigkeit im Kontext der Vorsorgekasse (z.B. betriebsökologische Aspekte, Mitarbeiterpolitik, Corporate Citizenship).

Von März bis Juni 2009 fand die Prüfung des Berichtsjahres 2008 statt. Die Prüfung wurde zum sechsten Mal durchgeführt. Folgenden Kassen konnte die ÖGUT einen positiven Bestätigungsvermerk hinsichtlich Nachhaltigkeit erteilen:

Am Freitag, 10. Juli 2009 erfolgte die Übergabe der Zertifikate durch Ministerialrätin Dr. Martina Schuster in Vertretung des Umweltministers DI Nikolaus Berlakovich.

Zertifikatsverleihung

FOTO: Übergabe der Nachhaltigkeitszertifikate 2008 an die geprüften betrieblichen Vorsorge- und Pensionskassen durch Ministerialrätin Dr. Martina Schuster, Lebensministerium und Dr. Herbert Greisberger, ÖGUT Generalsekretär

Prüfberichte zum Download

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