Will man via „Sparbuch“ mitentscheiden, wofür das gesparte Geld "arbeiten" soll, bieten sich die hier dargestellten Möglichkeiten an. Das Angebot an unterschiedlichen Sparformen vergrößert sich, wenn man das Angebot der sogenannten Alternativbanken mit Sitz im nahen Ausland berücksichtigt.
Bonussparen mit Umweltbonus
Die oberösterreichische Volkskreditbank, die bereits 1996 ein Umweltsparbuch angeboten hat, verfügt nun über ein „Bonussparen mit Umweltbonus“. Dabei dotiert die Bank auf eigene Rechnung einen Betrag für Umweltprojekte, der alljährlich im Nachhinein abhängig von den angefallenen Zinsen aller Bonussparbücher festgestellt wird. Die KundInnen können bei den Laufzeiten zwischen zwei, drei, vier, fünf oder sechs Jahren wählen.
Ethiksparbuch
Mit dem Schelhammer-Ethiksparbuch möchte das Bankhaus Schelhammer&Schattera seinen KundInnen die Möglichkeit geben, den Geldfluss zu beeinflussen und jene Unternehmen zu bevorzugen, die Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ernst nehmen und in ihrer Geschäftspolitik umsetzen. Das im Ethiksparbuch veranlagte Geld wird daher in Länder und Unternehmen investiert, die ethisch-nachhaltigen Kriterien entsprechen. Für die Zusammenstellung des nachhaltigen Investmentuniversums nach den vom Ethikbeirat definierten Kriterien ist die Münchner Ratingagentur oekom research verantwortlich.
Ethische Zinskonten
Ethische Zinskonten bietet die Ethikbank, die in Deutschland und Österreich tätig ist. Sie veranlagt nach ethischen Kriterien in Staatsanleihen und Pfandbriefen. Darüber hinaus fördert die Ethikbank je ein Frauen-, Ethik- und Umweltprojekt mit eigenen Mitteln. Diese Projekte können auch von den KundInnen mit einem Teil ihrer Zinsen direkt unterstützt werden. Die Abwicklung erfolgt über das Internet.
Geldanlage: „Leihgeld“
HERMES-Österreich ist eine bankähnliche Einrichtung, die bereits seit 1982 auf ethisch-ökologischem Gebiet tätig ist und mit dem Bankhaus Carl Spängler kooperiert. Die EinlegerInnen können hier wählen, für welche Projekte ihr Geld verliehen wird, z.B. für die Finanzierung von biologisch-dynamischem Landbau. (Zins-)Spenden sind hier ebenfalls möglich und dienen z.B., dazu Menschen in Krankheits- und Notfällen zu unterstützen. Die Abwicklung erfolgt über den Postweg.
Missionssparen
Die unterschiedlichen Sparformen (z.B. Missionssparbuch, Missionswachstumssparen etc.) der Steylerbank versprechen eine Veranlagung nach ethischen Kriterien. Den Kriterien entsprechend wird das angelegte Geld in Pfandbriefe, kommunale Schuldverschreibungen und in sehr geringem Ausmaß in Unternehmensanleihen investiert. Die Steylerbank in St. Augustin (D) ist die einzige Missionsbank Europas. Seit 2002 gibt es auch eine Filiale in Österreich in Mödling. Die Steylerbank zahlt marktgerechte und übliche Zinsen. Der Kunde entscheidet, ob ein bestimmter Prozentsatz seiner Zinsen für die Projekte der Steyler Mission zur Verfügung gestellt wird.
"Solidarsparbuch und Solidarkredit"
Ein weiteres Angebot aus Österreich bietet die Volksbank Weiz an, ein Solidarsparbuch mit regionalem Bezug. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Förderung regionaler Arbeitsplätze. Durch die Vergabe von geförderten Krediten (ohne Bankenspanne) an Arbeitgeber, die Personen über 50 Jahre in ihrem Betrieb neu einstellen oder Frauen, die nach der Babypause wieder ins Berufsleben einsteigen (Wiedereinsteigerinnen), soll ein Anreiz geboten werden, die Zahl der Arbeitslosen zu minimieren. Zur Aufbringung der Mittel für diese Kredite tragen die AnlegerInnen bei, indem sie einen Teil ihres Vermögens in dem 3 Jahre gebundenen Solidarsparbuch veranlagen.


